Allein starten – nicht allein bleiben

Am 6.Juni 2026 waren wir gemeinsam mit zwei Careleaverinnen zu einer Beteiligungswerkstatt im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie (kurz TMSGAF) in Erfurt und sind der Einladung von Marie-Louise Sockel – Fachreferentin für Beteiligung und Selbstvertretung (LAG Hilfen zur Erziehung) - gefolgt. 
Unser Workshop mit jungen Menschen aus der stationären Kinder- und Jugendhilfe sowie (zukünftigen) Fachkräften stand unter dem Motto „Allein starten – nicht allein bleiben“. Uns hat der Workshop mal wieder gezeigt, wie wichtig es ist jungen Menschen wirklich zuzuhören und sie wirksam zu beteiligen. 

Das waren die Wünsche und Forderungen, die wir in unseren Workshops mit Fachkräften weitergeben werden:
-    selbstbestimmte Abschlussrituale (z.B. Essen etc.)
-    persönliche Einladungen zu Festen nach dem Auszug
-    verständnisvolle & erfahrene Pädagog*innen
-    handwerkliche Übungen mit Unterstützung (z.B. Wie schließe ich eine Lampe an?)
-    ToDo- & Checklisten beim Auszug
-    mehr betreute Wohnformen für Menschen mit psychischen Erkrankungen (junger Erwachsenenbereich)

Es werden zudem in Wohngruppen und im Übergang Regeln aufgestellt oder genutzt - ohne rechtliche Grundlage. Wir klären sie deshalb in unserer Mythos-Reihe auf: seid gespannt! 
Im Interview mit zwei Careleaverinnen wurde klar, welche vielfältigen Herausforderungen im Leaving Care auftreten können und wie hilfreich vertrauensvolle Beziehungen zu Erwachsenen dabei sind. Eine Hilfe für junge Volljährige, die kompetent umgesetzt wird, ist zudem eine wichtige Stütze. Beide Careleaverinnen haben aber auch Mut gemacht, den Schritt in die Eigenständigkeit zu wagen, wenn die jungen Menschen dazu bereit sind. 


Eine wichtige Botschaft zum Schluss des Interviews: „Traut euch nach Hilfe zu fragen, wenn ihr sie benötigt. Es gibt keine dummen Fragen!!“.